Wahlspot 2026: "Aus Einsatz wächst Zukunft"

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Rezept für konstruktives Miteinander und gegen Politikverdrossenheit!

Politik und Politiker*innen genießen keinen besonders guten Ruf und wenn ich mir Entscheidungsprozesse und die Debattenkultur dazu auf höheren Ebenen ansehe, kann ich das durchaus ein bisschen nachvollziehen. Ich möchte allerdings eine Lanze für unsere Kommunalpolitik in Wenzenbach und die dortige Debattenkultur brechen - parteiübergreifend!

Sicher habe ich auf dem unteren Bild die Metapher von Koch und Küche überstrapaziert, aber vielleicht darf ich sie dennoch weiterspinnen: Selbst der beste Koch kann aus schlechten Zutaten nichts Genießbares zaubern. Wir hatten in den letzten sechs Jahren ausgezeichnete Zutaten, und man kann die Zusammensetzung des Gemeinderats 2020–2026 durchaus positiv bewerten. Klar, es wurde manchmal leidenschaftlich diskutiert, und hin und wieder verfiel der eine oder andere auch in Küchentischparolen – unterm Strich wusste jedoch jeder, dass diese allein noch kein gutes Gericht versprechen.

In jedem Fall haben wir in 99 Prozent der Fälle sachlich und fair diskutiert und, wenn es heiß in der Küche wurde, Ruhe bewahrt. Das ist keine Selbstverständlichkeit! Man muss aktuell nur nach Thalmassing schauen. Dort droht ein Bauträger unprofessionell über die MZ mit einer Schadensersatzklage in Millionenhöhe, und dort halten es einzelne Gemeinderatsmitglieder sowie der 2. Bürgermeister offenbar für zielführend, bereits jetzt öffentlich darüber zu spekulieren, wer für den Schaden aufkommt und welche Folgen das für den Bürgermeister haben könnte. Verantwortungsvoller wäre es aus meiner Sicht, sich gerade jetzt im Gremium unterzuhaken und gemeinsam zu versuchen, die Kuh vom Eis zu bekommen. Ich kenne die Hintergründe in Thalmassing nicht im Detail, aber ein solches Vorgehen wäre in meinem Gemeinderat unvorstellbar.

Freilich wurde auch ich hin und wieder kritisiert, aber wenn es darauf ankam, gab es immer Zusammenhalt im Sinne der Gemeinde. Ich denke hier beispielsweise an das Aus der Wärmeversorgung inklusive Schreiben an Gemeinderäte, die meiner Wahrnehmung nach eher bedrohlich gehalten waren. Niemand hat da die Nerven verloren. Der gesamte Gemeinderat hat mir in dieser belastenden Phase den Rücken gestärkt, mich aufgebaut, und die Gemeinderatsfraktionsvorsitzenden haben sogar eine gemeinsame Presseerklärung abgegeben – auch um mich persönlich in diesem Moment zu schützen.

Ähnlich fair ging es beim Schulbau zu. Die Kosten sind spürbar gestiegen, und die Gemeinde Bernhardswald ist logischerweise zunächst in Konfrontation mit uns getreten. Klar ist aber, dass wir gemeinsam im Gemeinderat alle wichtigen Entscheidungen zum Schulcampus getroffen haben, und dennoch hätte man hier anderenorts vermutlich eher auf den Putz gehauen. Das ist ausgeblieben, und wir haben fraktionsübergreifend eine starke Einheitsfront in den Verhandlungen mit Bernhardswald gebildet. Am Ende ist es auch deshalb ein Kompromiss geworden, mit dem beide Gemeinden leben können sollten.

Vergleichbares erlebte ich auch bei der Windkraft auf der Hohen Linie. Ja, ich habe da das Protestpotenzial unserer Bürger*innen unterschätzt und erst relativ spät reagiert. Nicht populistisch, sondern mit einer ausgewogenen Stellungnahme. Zur damaligen Bauausschusssitzung kamen unfassbar viele Interessierte und die Anspannung war für jeden spürbar. Trotzdem hat der Ausschuss geschlossen - vom Grünen bis zur CSU - meine austarierte Postition mitgetragen. Jeder war bereit Zugeständnisse zu machen. Auch darauf blicke ich heute dankbar zurück!

Was wünsche ich mir vom künftigen Gemeinderat? Dass der Spirit im Neuen nicht abreißt. Wir gehen finanziell herausfordernderen Zeiten entgegen. Es wird mehr als früher auf eine klare Prioritätensetzung ankommen. Ich bin der Ansicht, dass die Wähler:innen wieder eine vielversprechende Auswahl an Kandidierenden haben werden, die einen geeigneten Umgang damit finden sollten. Freilich kann ich vor allem die „roten Zutaten“ für unser Zukunftsmenü empfehlen – das liegt in der Natur der Sache und an meinem ganz persönlichen Geschmacksnerv –, aber auch auf den anderen Listen finden sich vernünftige und verantwortungsvolle Bürger:innen.

Sollte ich erneut Bürgermeister werden, wird es auch im dritten Gang mein Anspruch sein, alle mitzunehmen. Manchmal bekomme ich das Feedback, dass wir Themen sehr ausgiebig diskutieren, auch wenn sich die Mehrheitsverhältnisse zu einem Tagesordnungspunkt bereits abzeichnen. Daran arbeite ich, dennoch wird es mir weiterhin wichtig sein, alle einzubinden und transparent zu informieren. Unsere Meinungsheterogenität und die Berücksichtigung verschiedener Kompetenzen aus dem Gremium haben Wenzenbach in den letzten Jahren gutgetan. Das (Erfolgs-)Rezept wird folglich nicht umgeschrieben, sondern bleibt garantiert erhalten. Das ist sozusagen mein Rezept gegen Politikverdruss!